Obst, das in einer Kunststofftragetasche verpackt ist und damit zur Belastung durch Verpackungsmüll beiträgt

Plastikverpackungen

Plastik ist in unserer heutigen Gesellschaft in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Hohe Robustheit, geringes Gewicht und Transparenz sind nur einige der Gründe warum der Kunststoff in einer Vielzahl der Industriebereiche genutzt wird. [1] Während Plastik auch als Werkstoff in den Bereichen der Automobilindustrie, des Baugewerbes und der Medizintechnik zu finden ist [2], wird der größte Teil für die Verpackungsindustrie produziert [3].  Demnach zeigte eine Umfrage im Jahr 2017, dass pro Einwohner 38,5 Kilogramm Verpackungsmüll in Deutschland produziert wurden. Somit liegt Deutschland weit über dem europäischen Durchschnitt. [4]

Einer der Gründe für diesen überdurchschnittlich hohen Verbrauch lässt sich auf das Einkaufsverhalten der Deutschen zurückführen. So wurden im Jahr 2018, 2 Milliarden Kunststofftragetaschen genutzt. Dies entspricht einem pro Kopf Verbrauch von 24 Plastiktüten. [5] Durch das kostenlose Angebot von Seiten deutscher Supermärkte wird dieses Verhalten zusätzlich gefördert. [6] Dabei lässt sich der Werkstoff nur schwer zersetzen und ist unter Umständen noch bis zu 500 Jahre später in den Ozeanen zu finden. Eine Plastikflasche braucht dementsprechend 450 Jahre, um im Meer zu zerfallen, während Getränkedosen bis zu 200 Jahre überdauern. Auch Plastiktragetaschen zersetzen sich erst nach 20 Jahren im Meer. [7] Somit stellt Plastik eine große Belastung für die Umwelt und infolgedessen auch für den Menschen dar.

Plastik, das am Strand angespuelt wird und damit zur Belastung von Mensch und Umwelt durch Mikroplastik führt

Mikroplastik in unserer Ernährung

Mikroplastik bezeichnet Plastik, welches während des Zerfallsprozesses eine Größe von weniger als 5 mm annimmt. Dieses Mikroplastik kann von den meisten Lebewesen nicht von normaler Nahrung unterschieden werden, weshalb bereits Planktonorganismen die Partikel mit ihrer Nahrung aufnehmen. Dadurch gelangt das Mikroplastik nicht nur in den Verdauungstrakt vieler Meerestiere, sondern durch deren Verzehr auch bis zum Endkonsumenten. [8] Laut der Auswertung von über 50 Studien von der University of Newcastle, nehmen wir Plastik in Form einer Kreditkarte pro Woche zu uns. Das geschieht über das Trinken, Essen und durch die Luft. [9] Welche genauen Folgen Mikroplastik auf die menschliche Gesundheit hat, ist im Moment noch unklar. Anhand von Forschungen an Miesmuscheln konnte bereits festgestellt werden, dass das Mikroplastik Entzündungen auf zellulärer Ebene hervorrufen kann. Beeinträchtigungen des Wachstums und der Fortpflanzung, sowie Schädigungen des Magen-Darm-Trakts konnten bei den Miesmuscheln beobachtet werden. Diese gesundheitlichen Folgen könnte Mikroplastik auch beim Menschen auslösen. [10]

Wie lässt sich Plastik beim Einkaufen vermeiden?

Plastiktragetaschen, die einmal genutzt werden und danach im Müll landen, fördern den Anteil von Mikroplastik. Deshalb ist es ratsam, bereits von zu Hause eine Alternative für den täglichen Einkaufe mitzubringen. Hierfür bieten sich Stofftaschen an, die einfach zu transportieren sind und wiederverwendet werden können. Obst und Gemüse sollte unverpackt eingekauft werden, um zusätzlichen Plastikmüll zu vermeiden. Für den Transport bieten sich Gemüsenetze an, die mittlerweile in vielen Supermärkten zu finden sind.

„Quattro Cup“

In vielen Regionen werden mittlerweile „Quattro Cups“ angeboten, damit Kunden ihre heißen Getränke konsumieren können ohne zusätzlichen Plastikmüll zu produzieren. Auf der Homepage der Stadt Saarbrücken finden sich einige Unternehmen, die dieses Produkt anbieten. Für den Mehrwegbecher bezahlen Kunden eine Pfandgebühr von 1€, die beim Zurückgeben des Bechers wiedererstattet wird. Der Becher wird vor Ort in den teilnehmenden Cafés wieder gereinigt und eingesetzt. Den Mehrwegbecher gibt es bereits seit Mai 2019 in verschieden Ausführungen zu kaufen. [11]

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[1] Eisenreich, F. / Kathan, M. / Prof. Dr. Hecht, S. (2018). Onlinequelle. Lichtregulierte Herstellung von bioabbaubarem Plastik: Ein photoschaltbares Katalysatorsystem ermöglicht das Maßschneidern von Polymereigenschaften. Erreichbar unter: https://q-more.chemie.de/q-more-artikel/270/lichtregulierte-herstellung-von-bioabbaubarem-plastik.html.

[2] Pimpke, S. et al. (2017). Mikroplastik in der Umwelt, in: Chemie In Unserer Zeit, Heft 51, S. 402–412.

[3] Roch, S. (2015). Onlinequelle. Mikroplastik in Seen und Flüssen – Eine bisher unterschätze Belastung für die Umwelt? Erreichbar unter: https://www.km-bw.de/pb/site/pbs-bw-new/get/documents/MLR.LEL/PB5Documents/lazbw_2017/lazbw_ffs/Dokumente_ffs/Projekte/Fotos%20und%20weitere%20Dokumente/AUFAUF_2015_1_Plastik.pdf.

[4] Statista (2019). Onlinequelle. Plastikverpackungsabfall in ausgewählten EU-Ländern je Einwohner in den Jahren 2016 und 2017 (in Kilogramm). Erreichbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/786353/umfrage/plastikverpackungsabfall-in-ausgewaehlten-eu-laendern-je-einwohner/.

[5] Statista (2019). Onlinequelle. Entwicklung des Verbrauchs von Plastikeinkaufstüten in Deutschland von 2000 bis 2018 (in Milliarden). Erreichbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/738315/umfrage/verbrauch-von-tragetaschen-in-deutschland/.

[6] Statista (2018). Onlinequelle. Bitte denken Sie einmal an die letzten vier Wochen: Wie viele Plastiktüten haben Sie erhalten bzw. käuflich erworben? Erreichbar unter: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/870086/umfrage/umfrage-zur-anzahl-erworbener-oder-erhaltener-plastiktueten-pro-monat/.

[7] Suhr, F. (2019). Onlinequelle. Plastik währt ewig in den Ozeanen. Erreichbar unter: https://de.statista.com/infografik/17508/haltbarkeit-von-plastikmuell-im-meer/.

[8] siehe Quelle [2]

[9] Simmank, J., Stockrahm, S. (2018). Onlinequelle. Mikroplastik: Das Plastik in uns. Erreichbar unter: https://www.zeit.de/wissen/umwelt/2018-10/mikroplastik-kunststoff-meer-gesundheit-ernaehrung-tiere-gefahren.

[10] Hamann, S. (2019). Onlinequelle. Mikroplastik: Schädlich für unsere Gesundheit? Erreichbar unter: https://www.gesundheit.de/medizin/gesundheit-und-umwelt/mikroplastik.

[11] Saarbrücken (2019). Onlinequelle. Quattro Cup: Getränke unterwegs ohne Verpackungsmüll genießen – Saarbrücken ist Partner des Mehrwegbechers Quattro Cup. Erreichbar unter: https://www.saarbruecken.de/leben_in_saarbruecken/gastronomie_restaurants_nachtleben/quattrocup.